Damit notwendige Hilfe nicht am Geld scheitert – Im Gespräch mit Frau Korte und Herrn Schulz von der Breucker Stiftung
Frau Korte und Herr Schulz von der Breucker Stiftung waren bereits mehrfach zu Gast im HirschburgFORUM. Auch dieses Wiedersehen war geprägt von einem offenen Austausch über ehrenamtliches Engagement, medizinische Hilfe und die Frage, wie konkrete Unterstützung dort möglich werden kann, wo andere Systeme an Grenzen stoßen.
Die Breucker Stiftung unterstützt Menschen in Düsseldorf und Umgebung bei medizinischen Hilfen, die sonst oft nicht finanziert werden können. Manchmal geht es um eine Brille, manchmal um einen Rollstuhl oder notwendigen Zahnersatz – Dinge, die selbstverständlich wirken, bis sie fehlen.
Im Gespräch wurde schnell deutlich, wie nah die Arbeit der Stiftung an den konkreten Lebensrealitäten vieler Menschen ist.
Zeit geben statt nur Geld
Was hat Sie persönlich dazu bewegt, sich ehrenamtlich für die Stiftungsarbeit zu engagieren?
„Bei mir persönlich war es so, dass ich empfunden habe, dass ich viel Glück im Leben hatte und anderen Menschen gerne etwas zurückgeben möchte.“
Frau Korte engagierte sich bereits vor ihrer Arbeit für die Breucker Stiftung ehrenamtlich und las unter anderem in Schulen vor.
„Mir geht es gut und ich möchte davon etwas abgeben. Da ich das nicht so finanziell machen kann wie die Stifter, kann ich meine Zeit und meine Arbeitskraft einbringen.“
Auch Herr Schulz beschreibt seine Motivation ähnlich:
„Wenn es einem selbst gut gegangen ist und man ein gutes Leben hatte, möchte man der Gesellschaft auch etwas zurückgeben.“
Direkte Hilfe
Wo sehen Sie die Besonderheit Ihrer Stiftung?
„Ich glaube, es gibt keine Stiftung in Düsseldorf, die das macht, was wir machen – diese direkte medizinische Hilfe.“
Warum ist Ihnen dabei der lokale Bezug wichtig?
Die Unterstützung konzentriert sich bewusst auf Düsseldorf und die nähere Umgebung. Dadurch entstehe eine besondere Nähe zu den Menschen und Einrichtungen vor Ort.
Im Gespräch erzählen Frau Korte und Herr Schulz von Situationen, in denen Menschen trotz bestehender Versorgungssysteme dringend Unterstützung benötigen.
Es gehe um Brillen, Rollstühle oder notwendigen Zahnersatz. Dinge, die selbstverständlich wirken – bis sie fehlen.
Hilfe, die konkret wird
Welche Formen von Unterstützung spielen dabei eine besondere Rolle?
Besonders positiv berichten beide vom Engagement einiger Zahnärzte sowie einer Gynäkologin aus Düsseldorf, die Bedürftige teilweise zu stark reduzierten Kosten behandeln.
Die Breucker Stiftung übernimmt in solchen Fällen die verbleibenden Kosten und ermöglicht dadurch wichtige und notwendige Behandlungen.
„Da gibt es viel Solidarität.“
Wenn Hilfe den Alltag verändert
Im Gespräch wird immer wieder deutlich, dass es oft scheinbar kleine Dinge sind, die für Menschen einen großen Unterschied machen.
Eine Brille. Ein notwendiger Zahnersatz. Oder die Möglichkeit, trotz langer Krankheit weiter Teil der eigenen Schulklasse zu bleiben.
Gerade solche Hilfen entschieden oft darüber, ob Menschen weiter am Alltag teilnehmen können oder nicht.
Nicht nur einen Scheck schicken
Warum ist Ihnen der direkte Austausch mit Einrichtungen und Betroffenen wichtig?
„Wir bemühen uns sehr darum, dass uns erzählt wird, wie es wirklich ist.“
Bei Vorstandssitzungen lädt die Stiftung deshalb regelmäßig Menschen ein, die aus ihrer täglichen Arbeit berichten und besucht Einrichtungen auch selbst.
Besonders eindrücklich schildern beide einen Besuch bei der Drogenhilfe in Düsseldorf:
„Wenn man selbst gesehen hat, welches Elend dort herrscht, dann versteht man erst richtig, wie wichtig solche Unterstützung ist.“
„Das ist etwas anderes, als einfach nur einen Scheck irgendwohin zu schicken.“
Der Avatar im Klassenzimmer
Gibt es Projekte, die Ihnen besonders in Erinnerung geblieben sind?
Im Gespräch erzählen Frau Korte und Herr Schulz auch von einem Projekt für krebskranke Kinder, das der Stiftung besonders in Erinnerung geblieben ist.
Nach einem Austausch mit der Kinderonkologie finanzierte die Breucker Stiftung dort den ersten sogenannten Avatar.
„Der Avatar steht im Klassenzimmer und das Kind ist am Laptop im Krankenhaus zugeschaltet.“
So könnten Kinder trotz langer Therapien weiter am Unterricht teilnehmen und Kontakt zu ihrer Klasse halten.
„Die Kinder wollen ja auch Gesellschaft und soziale Teilhabe.“
Nicht nur der Unterricht bleibe dadurch möglich – auch der Kontakt zu Freunden und zum normalen Alltag.
„Das ist für die Kinder unheimlich hilfreich.“
Hilfe sichtbar machen
Welche Entwicklungen wünschen Sie sich für die Stiftung in den kommenden Jahren?
Im Gespräch wird auch deutlich, dass viele Menschen die Arbeit der Stiftung bislang kaum kennen. Dabei könnten nach Einschätzung von Frau Korte und Herrn Schulz noch deutlich mehr Menschen unterstützt werden.
Beide wünschen sich deshalb, dass die Stiftung bekannter wird und mehr Menschen von den Unterstützungsmöglichkeiten erfahren.
Gleichzeitig hoffen sie, dass sich auch künftig Menschen finden, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und die Arbeit ehrenamtlich weiterzutragen.
„Dass man weiterhin Menschen findet, die bereit sind, hier mitzuarbeiten.“
Mit offenen Augen durch Düsseldorf
Was möchten Sie Menschen mitgeben?
„Dass man mit offenen Augen durch die Welt geht und nicht so achtlos an Problemen vorbeiläuft.“
Not gebe es auch mitten in Düsseldorf.
„Und dass daraus dann auch ein Engagement entsteht.“